Eine Betrachtung über den biblischen Ruhetag


Der Sonntag in der Bibel

Dieses Kapitel könnte nur aus einem Satz bestehen: Den Sonntag gibt es in der Bibel nicht! Da dies aber für viele doch zu knapp sein könnte, sollen einige Erklärungen folgen. Grundsätzlich werden Wochentage in der Bibel nicht mit Namen, sondern nur mit Zahlen bezeichnet. Die Ausnahme bildet da der Sabbat - selbst durch den Namen hebt er sich von den anderen Tagen ab.
Der Sonntag wird in der Bibel einfach als erster Tag der Woche bezeichnet. Sucht man alle Stellen im Neuen Testament, in denen vom ersten Tag der Woche die Rede ist, wird man keine einzige Stelle finden, die von einer Änderung des von Gott bestimmten Ruhetages spricht.

 

Der Einfluss der Kulturen

Wie kommt es, dass heute fast die gesamte Christenheit den Sonntag als Ruhetag feiert, in der Annahme, das biblische Gebot zu befolgen? Warum kennt heute kaum noch jemand den biblischen Ruhetag? Wann und wie fand dieser Wechsel zwischen Sabbat und Sonntag statt? Hat dies heute eine Bedeutung für die Gläubigen?

 

In diesem Bericht geht es um den Ursprung und die Hintergründe, wie und warum im 4. Jahrhundert n. Chr. der Sonntag in der römischen Kirche offiziell eingeführt wurde. Dabei geht es weit mehr als nur um eine 24 stündige Zeitverschiebung. Diese dramatische Entwicklung sollte uns Christen auch heute nicht gleichgültig lassen.

 

Sonntag:
 auf lateinisch dies Solis ("Tag der Sonne, des Sonnengottes") zurückgehender Name sakralen Ursprungs. Die Sonntagsfeier ist letztlich auf den Festtag des babylonischen Gottes Schamasch zurückzuführen. Die urchristliche Gemeinde versammelte sich am Sonntag als dem Auferstehungstag Jesu, dem "Herrentag" (griechisch kyriake hemera; lateinisch dies domenica). Damit trat er für die ersten Christen als Feiertag der Woche allmählich an die Stelle des jüdischen Sabbat. Konstantin der Große (306 - 337) verordnete im Jahre 321 gesetzlich die Sonntagsfeier.

 

Mithras, Mithraskult:
eine Sonnengottreligion (Beinamen "Sol Invictus" - unbesiegbare Sonne), Kult des indoiranischen Gottes des Rechts und der staatlichen Ordnung, dessen Name "Vertrag" bedeutet; erstmals als Schwurgott erwähnt in dem um 1350 v. Chr. in akkadischer Sprache geschlossenen Vertrag zwischen dem Hethiterkönig Suppiluliuma I. (1370-35) und Mattiwaza von Mitanni. In Indien stand er als Mithra in enger Beziehung zu dem über ethisches Verhalten wachenden Gott Waruna. Im alten Iran war er als Mithra der göttliche Herr von Männerbünden. Er wurde von Zarathustra (7./6. Jahrhundert) bekämpft, aber von Artaxerxes II. (405-359) wieder offiziell anerkannt.
Seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. erlangte er im Römischen Reich erneute Bedeutung, als ein mit der Sonne in Verbindung stehender Erlösergott. Im Vordergrund stand das direkte Erleben, die Erfahrungen, die jeder Einzelne machen konnte, Ziel war das Eins werden mit Mithras, mit der Sonne, mit dem Licht, mit dem Kosmos.
Seine Verehrung wurde zur bevorzugten Religion der Soldaten. Daher entstanden die Heiligtümer dieser Soldatenreligion, die Mithräen, vornehmlich in Garnisonsorten. Ein Mithräum ist ein meist unterirdischer, verhältnismäßig kleiner, langgestreckter Raum, der zu beiden Seiten von Steinbänken für die Kultteilnehmer flankiert ist und von einer Apsis mit dem Altar abgeschlossen wird. Im Mittelpunkt des Kultes, von dem Frauen ausgeschlossen waren, stand die Tötung eines Stiers. Sie beruhte auf dem Mythos von einer Stiertötung durch den jugendlichen Gott und sollte der Förderung des Lebens wie der Erlösung dienen. Der Geburtstag von Mithras wurde am Tag der Wintersonnenwende, am 25. Dezember, gefeiert.
Seit der Zeit des Kaisers Augustus drang der Mithraskult von Kleinasien aus in das römische Reich vor, nach Italien, Afrika, Spanien, Britannien und nach Germanien bis an den Limes, wo man zahlreiche Mithrasheiligtümer fand.
Im 3. Jahrhundert war zweifellos Rom der Mittelpunkt der Mithras-Verehrung, man konnte hier ca. 800 Mithräen nachweisen.
Meyers kleines Lexikon; Religionen

 

Obelisk:

[von griechisch obeliskos "Bratspießchen"]: so nannten die Griechen sich nach oben verjüngende Granitpfeiler meist quadratischen Grundrisses gekrönt mit pyramidenförmiger Spitze. Die von den Ägyptern seit der 5. Dynastie (2563 bis 2433) freistehend errichtet wurden, im Neuen Reich (1551-1070) meist paarweise. Sie erreichten eine Höhe von fast 30 m. Sie waren Symbole des Sonnengottes. Auf ihre mit Edelmetallen überzogene Spitze fielen frühmorgens die ersten Strahlen der Sonne.

 

Das unterwanderte Christentum

Langsam aber sicher -   Der Sonntag wird zum Gedenktag

Im zweiten Jahrhundert begannen manche Christen, Abendversammlungen am Sonnentag abzuhalten. Natürlich mussten sich die Christen, wenn sie sich schon mit den Heiden den Freudentag teilen wollten, in einer gewissen Form abgrenzen. Man fing an bestimmte Eigenarten der heidnischen Gesellschaft zwar zu übernehmen, aber gab ihnen andere Bedeutungen. Der Sonnentag wurde mit Christus, dem wahren Licht - der wahren Sonne, verglichen. Die Versammlung wurde zum Gedächtnis der Auferstehung Jesu abgehalten. Dabei ist zu bemerken, dass Berichte über diese Versammlungen schon am Anfang des 2. Jahrhunderts keine wirkliche Grundlage haben. Bestimmte Ausdrücke wie z. B. "Herrentag" werden einfach mit dem Sonntag in Verbindung gebracht. Für die Christen war aber bis Ende des zweiten Jahrhunderts der Herrentag immer der Sabbat - dies stand mit den biblischen Schriften in Übereinstimmung:
"Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes."
2. Mose 20, 10 
"Der Menschensohn ist ein Herr über den Sabbat" Matthäus 12, 8 (LÜ)

Der HERR, der Schöpfer des Himmels und der Erde, machte den siebten Tag zu seinem Ruhetag. Der Mensch sollte an diesem Tag des Herrn auch ruhen. Es konnte überhaupt kein Zweifel bestehen, das der "Tag des Herrn" der Sabbat war. Erst durch die Vermischung mit heidnischen Kulten deuteten römische Christen biblische Begriffe um.

Die Gedenkversammlungen an die Auferstehung Jesu standen aber mit dem Sabbat nicht in Konkurrenz. Dies gibt man auch von römisch katholischer Seite zu: "Der erste Wochentag sollte zunächst dem Sabbat nicht Konkurrenz machen. Es ist nicht richtig, wenn man meint, dass gleichsam der Sabbat nun abgeschafft war und an dessen Stelle sogleich der neue Tag trat. Denn der Sabbat, der siebente Tag, war der Tag der Ruhe, das ist aber der erste Tag der Woche nicht gewesen; er war der Tag des Gedächtnisses des Herrn und seiner Auferstehung. Von einer Arbeitsruhe war zunächst gar keine Rede."

Prof. P. Tschinkel, Kath. Monatschrift "Bibel und Liturgie", zitiert im Linzer Kirchenblatt; 25.1.1959

Rom - die Quelle des Sonntags

Im Bezug auf den Sonntag erklärte Papst Johannes Paul II unmissverständlich und offen: "Auf Grund einer wohlüberlegten pastoralen Eingebung sah sich nämlich die Kirche veranlasst, die Bezeichnung "Tag der Sonne" - ein Ausdruck, mit dem die Römer diesen Tag benannten und der noch in einigen modernen Sprachen aufscheint - für den Herrentag zu christianisieren; dadurch sollten die Gläubigen von Sitzungen des Sonnenkultes, wo die Sonne als Gott verehrt wurde, abgehalten und die Feier dieses Tages auf Christus, die wahre "Sonne" der Menschheit, ausgerichtet werden. Der hl. Justinus gebraucht, wenn er an die Heiden schreibt, die gängige Terminologie, um zu vermerken, dass die Christen ihre Versammlung "am Sonnentag" abhielten, aber der Bezug auf diesen Ausdruck gewinnt nun für die Gläubigen einen neuen, vollkommenen evangelischen Sinn."
zum Apostolischen-Schreiben  DIES DOMINI        hier als PDF-Datei

Die Staatskirche

Das Ende des Sabbats

Die früher verfolgte Kirche wurde im Laufe der Zeit nicht nur toleriert, sondern gefördert und letztendlich als allein berechtigt anerkannt.
Kaiser Konstantin ging in die Geschichte des großen Förderers für das Christentum ein. Seine angebliche Bekehrung am Sterbebett allerdings bezweifeln alle seriösen Geschichtsschreiber.
Konstantin, von seinen Soldaten 305 n. Chr. zum Kaiser ausgerufen, verbot 311 n. Chr. die Christenverfolgung (Duldungsedikt). Dies geschah weniger aus Überzeugung gegenüber der christlichen Lehre, sondern vielmehr aus kalkulierten, politischen Gründen. Der Alleinherrscher wollte Einheit und Einfluss in seinem Reich. Die verschiedenen, sich konkurrierenden religiösen Strömungen waren diesem Plan nicht besonders dienlich. Konstantin versuchte deshalb nicht nur die militärische, sondern auch die gesellschaftliche Einheit zu erreichen. Dabei spielte die Religion die Hauptrolle. Besonders das aufstrebende Christentum und der starke Einfluss des Mithraskultes mussten miteinander versöhnt werden.
Durch die plötzliche Aufmerksamkeit des Staates geehrt, gingen die römischen Christen viele Kompromisse ein. Es fanden politisch/religiöse Versammlungen statt, bei denen die Weichen für die Zukunft gestellt wurden.

 

Das erste Sonntagsgesetz

Betreffs des hoch geehrten Sonnentages gab 321 n. Chr. Konstantin das erste Sonntagsgesetz heraus:
"Alle Richter und Einwohner der Städte, auch die Arbeiter aller Künste, sollen am ehrwürdigen Tag der Sonne ruhen."
Corpus juris Civills, II Codex Justinianus, III, 12, 2


Meyers Grosses Standard Lexikon

Konstantin gelang durch dieses Gesetz ein genialer Schachzug. Er vereinte die kompromissbereiten Christen mit dem heidnischen Kult. Der plötzlich gemeinsame Ruhetag war aber nur ein heidnischer "Ableger" von vielen. Die Heiligen-, Reliquien- und Bilderverehrung waren z.B. weitere Sitten, die Eingang in die Kirche Roms fanden. Allerdings behielten sie nicht den ursprünglichen Namen bei und die Bedeutung wurde "christianisiert".

 

Sabbatverbote
Es dauerte nicht lange bis die ersten Sabbatverbote kamen. Im Konzil von Laodizea kam man zum folgenden Beschluss:
"Die Christen dürfen nicht nach Judenart am Sabbat müßig sein, sondern sollen an diesem Tage arbeiten. Sie mögen dem Herrentag den Vorzug geben und als Christen ruhen, falls sie es können. Werden sie aber als Judaisierende erfunden, so seien sie von Christus ausgeschlossen."

Kirchengesetz, Konzil von Laodizea (343-381 n. Chr.) - Geist und Buchstabe der Sonntagsruhe, S. 82, 83

 

Sabbat oder Sonntag? - Zeichen der Macht

Der Sabbat - das Machtzeichen des Schöpfers

Der Sabbat wurde für; alle Zeiten zum Zeichen der Macht des Schöpfers. Ein auffälligeres Zeichen gibt es nicht. Kein Symbol und kein Bau würde auch nur annähernd die Macht Gottes demonstrieren. Gesegnete und geheiligte bzw. reservierte Zeit erreicht jeden Menschen für immer und überall. Der Mensch sollte sich immer bewusst sein: Ich bin ein - geschaffenes, gewolltes Wesen und der Geber des Lebens sucht eine persönliche Beziehung zu mir. ER weiß, was und wie wirkliches Leben ist und gibt mir Ratschläge und Anweisungen, wie ich glücklich sein kann und in Frieden und Harmonie mit der ganzen Schöpfung leben kann.

 

Der Sonntag - das Machtzeichen einer Kirche

Es konnte nur Satan wirkliches Interesse haben, das liebevolle Zeichen des Schöpfers, den Sabbat, entweder völlig falsch zu interpretieren oder es überhaupt abzuschaffen. Für das eine waren die Pharisäer schließlich willige Werkzeuge, obwohl sie keine schlechte Absicht hatten. Für das zweite ließen sich zu allen Zeiten Menschen einspannen, die man allgemein als "Heiden" bezeichnete. Doch der Höhepunkt der Entstellung göttlicher Macht fand sich im mittelalterlichen geistlichen Rom.
In der Auseinandersetzung mit dem Protestantismus verwies die römische Kirche immer wieder auf ihre Macht und ihr Zeichen, den Sonntag, der ihre Macht demonstrierte:

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"Die Kirche hat im Namen dessen, der über den Sabbat Herr ist, und kraft ihrer Vollmacht, zu binden und zu lösen, den Sabbat des Alten Bundes, den letzten Tag der Woche, als Tag des Herrn aufgelöst und an die Stelle des Sabbats den ersten Tag der Woche, den Sonntag, den Auferstehungstag Christi von den Toten, festgelegt."

Kardinal Faulhaber, "Katholische Kirchenzeitung" München, 26.2.1950

"Man nehme z. B. nur die Beobachtung des Sonntags mit dem Besuch des Gottesdienstes und dem Enthalten von unnötiger Arbeit, etwas, worauf die Protestanten lange Jahre großen Wert gelegt haben. Ich möchte mich hier ganz freundschaftlich an meine protestantischen Leser wenden:
Du glaubst, dass die Bibel allein ein sicherer Führer in religiösen Dingen ist? Du glaubst auch, dass eine der fundamentalen Pflichten, die dein christlicher Glaube dir auferlegt, die Sonntagsheiligung ist? Doch wo spricht die Bibel von solch einer Verpflichtung? Ich habe die Bibel vom ersten Vers der Genesis bis zum letzten der Offenbarung gelesen und habe keinen Hinweis auf die Pflicht der Sonntagsheiligung gefunden.
Der Tag, den die Bibel im AT erwähnt, ist nicht der Sonntag, der erste Tag der Woche, sondern der Samstag, der letzte Wochentag. ... Wenn man wie du den Sonntag hält, gibt man da nicht ganz offensichtlich die Unzulänglichkeit der Bibel als alleinige Richtschnur für Glaube und religiöse Übung zu und bekundet die Notwendigkeit einer von Gott gesetzten Lehrautorität, die du theoretisch verneinst?"
(Pater John A.O'Brien, „Der Glaube der Millionen", S. 195, P. Pattloch, Aschaffenburg, 1951)

 

Dr. Eck, der scharfe Gegner Luthers warf diese Doppelgeistigkeit den Protestanten zu seiner Zeit schon vor:

Von der Kirche Autorität. Die Schrift lehrt: Gedenke, dass du den Samstag heiligest sechs Tage würdst du arbeiten und würdst alle Werke tun, aber an dem siebenten Tag ist der Sabbat Gottes, deines Herrn usw. Hat doch die Kirche die Feier vom Sabbat umgelegt auf den Sonntag aus ihrer Gewalt, ohne Schrift, ohne Zweifel, aus Eingebung des Heiligen Geistes.
Von Festen und Fasttagen. Der Sabbat ist mannigfaltig geboten worden in der Schrift. Nun ist weder im Evangelio noch in Paulo noch in der ganzen Bibel, dass der Sabbat aufgehoben sei und der Sonntag eingesetzt darum ist es geschehen von Einsetzung der apostolischen Kirche ohne Schrift. Hat nur die Kirche Macht gehabt, den Sabbat, der in der Schrift ist, umzulegen und zu bieten den Sonntag zu feiern, warum sollte sie nicht die Macht haben in anderen Tagen auch, deren viel in der Schrift gegründet sind, als Weihnachten, Beschneidung des Herzens, drei hl. Könige usw.
Tu es nicht und fall von der Kirche an die bloße Schrift, so musst du den, Sabbat halten mit den Juden, der von Anbeginn der Welt ist gehalten worden."
Dr. Eck „Handbüchlein" (Euchiridion) Seiten 78, 79

 

Eines der wichtigsten Dokumente des Protestantismus machte bezüglich der römisch-katholischen Haltung gegenüber dem göttlichen Ruhetag folgende Feststellung:

 

"Sie (die katholischen Bischöfe) behaupten, den Sabbat in den Herrntag (Sonntag) verwandelt zu haben, wie es scheint, gegen den Dekalog; und mit keinem Beispiel tun sie so groß wie mit der Änderung des Sabbats. Sie wollen damit behaupten, dass die Macht der Kirche groß sei, weil sie sich eines der Gebote des Dekalogs entledigt hat."
(Augsburger Konfession, Artikel 28)

 

Die Kirche bemühte sich den Sonntag; mit dem vierten Gebot zu begründen und ihn als Sabbat zu bezeichnen. Der Staatsmann und Dichter John Milton meinte dazu:

"Es ist unmöglich, einen solchen Sinn aus dem Wortlaut des Gebotes herauszulesen; man muss den Grund in Betracht ziehen, aus dem das Gebot ursprünglich gegeben wurde, nämlich zum Gedächtnis der Ruhe Gottes nach der Schöpfung der Welt, und dieser kann nicht vom siebten auf den ersten Tag übertragen werden; auch kann ohne die Bestätigung durch ein göttliches Gebot kein andrer Beweggrund an seiner Stelle gesetzt werden, weder die Auferstehung unseres Herrn noch irgend ein anderer."
"Prose Works", Ausg. Bohn, pp. 70 f aus ebd, S. 115

 

zu den Geboten Die katholische Kirche gibt unumwunden zu, das Sabbatgebot aufgehoben zu haben. Sie beruft sich auf ihre Vollmacht, die ihr aber nie gegeben wurde. Viele  Lehren der heutigen katholischen Kirche beruhen nicht auf das biblische Wort, sondern sie stehen im Gegensatz zu ihr. Für den katholischen Klerus mit dem Papst an der Spitze, ist dies kein Problem. Sie hätten das Recht von Gott bekommen. Aber auch für diesen Anspruch gibt es kein biblisches Wort.
Der Erzbischof von Reggio, Kaspar del Fosso, erklärte in der Sitzung vom 18. Januar 1562:

Der Sabbat, der berühmteste Tag im Gesetz, ging in den Herrentag über ... Dieser und Ähnliches haben nicht auf die Predigt Christi hin aufgehört (denn er sagt, er sei nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen), sondern auf die Autorität der Kirche hin sind sie verändert worden."
(Kaspar del Fosso, "Mansi" XXXIII, 526-533)

Im Konvertitenkatechismus von Peter Geiermann heißt es:

Frage:
"Welches ist der Sabbattag?"
Antwort:
"Samstag ist der Sabbattag."
Frage:
"Warum beobachten wir den Sonntag statt den Samstag?"
Antwort:
"Wir feiern Sonntag statt Samstag, weil die katholische Kirche die Feierlichkeit vom Samstag auf den Sonntag übertragen hat."

(Peter Geiermann “The Convert's Catechism of Catholic Doctrine" 1957 ed. S. 50)
Dieses Werk erhielt den "apostolischen Segen" von Pius X. am 25.Januar 1910.

 

"Es war die katholische Kirche, gestützt auf die Autorität Christi: die diese Ruhe zur Erinnerung an die Auferstehung unseres Herrn auf den Sonntag übertragen hat. Daher ist die Beobachtung des Sonntags durch die Protestanten eine Huldigung, die sie, ihrer selbst ungeachtet, der Autorität der (katholischen) Kirche zollen."
(L.Gaston de Segur, „Plain Talk About the Protestantism of Today", Boston, 1868, S. 225)


DIES DOMINI PAPST JOHANNES PAUL II.
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DIES DOMINI

"Die Kirche verlegte die Beobachtung des Sabbats auf den Sonntag kraft der göttlichen, unfehlbaren Autorität, die ihr von ihrem Gründer, Jesus Christus, verliehen worden ist. Der Protestant welcher die Bibel als alleinigen Führer des Glaubens beansprucht, hat keine Berechtigung zur Beobachtung des Sonntags."
"The Question Box" The Catholic Universe Bulletin, Aug. lif, 1942, Seite 4

 

Zum Nachdenken

Es gibt kaum ein Thema der Bibel von solch großer Bedeutung, über das so wenig gesprochen wird. Die Frage nach dem biblischen Ruhetag wird mit wenigen Sätzen beiseite geschoben. Die Bedeutung, die Gott selbst diesem Ruhetag gab, wird dabei völlig übersehen. Genau so wenig wird der Machtanspruch der römischen Kirche in Verbindung mit dem Sonntag gebracht. Scheinbar stören sich nur wenige Christen daran, wenn die Kirche offen zugibt, Anordnungen Gottes Kraft ihrer Autorität geändert zu haben. Der Aufschrei der protestantischen Bewegung ist längst verstummt.
Vielen Christen ist aber die Geschichte, oder anders gesagt - die Wahrheit - des Sabbats und des Sonntags überhaupt nicht bekannt. Entweder wird sie ihnen bewusst vorenthalten oder sie messen ihr zu wenig Bedeutung bei. Manche scheuen sich einfach gewohnte Traditionen aufzugeben. Schließlich würden sie dadurch die Gunst der Kirche und vieler ihrer Freunde verlieren. Sollte das aber der Hinderungsgrund sein, sich treu dem Wort Gottes zu unterstellen? Wie viele Menschen sind schon wegen ihres Glaubens willen gestorben, weil ihnen Gottes Wort mehr bedeutete als menschliche Anordnungen!
Alle Menschen sind auch heute noch dazu aufgerufen, dem wahren und einzigen Gott die Ehre zu geben:
"Jetzt sah ich einen Engel mitten durch den Himmel fliegen. Er hatte die Aufgabe, allen Menschen auf der Erde, allen Nationen und Völkern, den Menschen aller Rassen und Sprachen eine ewig gültige Heilsbotschaft zu verkündigen. Laut rief er: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre! Denn jetzt wird er Gericht halten. Betet den an, der alles geschaffen hat: den Himmel und die Erde, das Meer und alle Wasserquellen."
Offb.14, 6. 7 (hfa)

Der Sabbat ist im Gegensatz zum Sonntag das Zeichen des Schöpfers. Sich zu diesem Zeichen von ganzem Herzen, (nicht nur um der Form willen) zu bekennen, sollte für jeden Christen selbstverständlich werden. Schließlich werden den Gläubigen folgende Kennzeichen zugeschrieben:
"Hier muss das Volk Gottes seine Standhaftigkeit beweisen; denn nur die können bestehen, die Gottes Gebote halten und dem Glauben an Jesus treu bleiben." 
Offb.14, 12 LÜ

 

Zeitschrift -Aus der Sicht-; Herausgeber "Lesen mit Segen" A-8263 Grosswilfersdorf

19. Dez. 2003 ESe

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